Gasheizung oder Holzheizung: Was ist die bessere Wahl?

Lesezeit: 5 Minuten

Es spendet Menschen seit Millionen von Jahren Wärme – Holz. Der ursprünglichste aller Brennstoffe kann auch in modernen Heizungsanlagen zum Einsatz kommen. Heute meist in Form einer Pellet-Holzheizung. Wo liegen die Vorteile gegenüber der häufigsten Heizungsart, der Gasheizung? Wir machen den großen Vergleich.

Die meisten Heizkessel hierzulande haben mehr als zwanzig Jahre auf dem Buckel. Sie gelten als Dinosaurier im Heizungskeller. Viele Menschen wollen ihre Heizung modernisieren. Lohnt sich dabei ein Wechsel der Heizenergie? Für Häuser, die nicht ans Netz für Fernwärme oder Erdgas angeschlossen sind, kann zum Beispiel der Umstieg auf eine Biomasse-Heizung mit Pellets aus Holz oder eine energiesparende Flüssiggas-Heizung sinnvoll sein.

Gas- oder Holzheizung – was ist besser?

Holzheizung: Vorteile und Nachteile

Vorteile:  

  • nachwachsender Rohstoff
  • es wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie das Holz beim Wachstum aufgenommen hat
  • gut mit erneuerbaren Energien kombinierbar.


Nachteile:  

  • Anschaffungkosten der Heizung hoch
  • Wartungskosten häufig teurer
  • Abgase enthalten Feinstaub
  • Pelletlager im Keller / auf dem Grundstück erforderlich


Pellets werden vornehmlich aus Holzabfällen wie Sägemehl, Hobelspänen und Hackschnitzeln hergestellt. Weil der Heizwert frischer Hackschnitzel gering ist, werden diese von Pelletherstellern in der Regel zu Spänen zermahlen und getrocknet. Erst aus diesen trockenen Spänen können unter hohem Druck die Stäbchen gepresst werden, die sich später verheizen lassen. Kunden werden die Pellets meist mit einem Silowagen oder in Säcken geliefert. Für die Lagerung der kleinen, komprimierten Stifte ist zu Hause ein eigens eingerichteter großer, trockener Raum erforderlich oder ein unterirdisches Beton- oder Kunststofflager außerhalb des Gebäudes. Bei modernen Heizanlagen transportieren eine Förderschnecke oder Saugrohre die Presslinge automatisch aus einem Vorratsbehälter in den Kessel zur Verbrennung. Umweltverbände fordern, bei Holzheizungen einen Feinstaubfilter einzubauen, da bei der Verbrennung von Pellets viel Feinstaub entsteht.

 

Vakuumkollektoren für Heizung auf dem Dach

Mit einer Solaranlage auf dem Dach kombiniert wird eine Gasheizung sparsamer und klimafreundlicher.

Gasheizung: Vorteile und Nachteile

Vorteile:

  • Heizen ist wirtschaftlich und flexibel
  • kein Lagerraum im Keller nötig
  • Energie kommt entweder per Leitung ins Haus oder lagert in Flüssiggas-Tank außerhalb des Gebäudes
  • verbrennt sauber und schadstoffarm
  • geringe CO2-Abgabe  


Nachteile:

  • bei Erdgas Anschluss ans Gasnetz erforderlich
  • bei Flüssiggas Platz für den Tank auf dem Grundstück nötig
  • fossile Energie


Wer Erdgas einsetzt, benötigt lediglich einen Gasanschluss, mit dem die Heizung verbunden wird. An Gebäudestandorten, die nicht an das öffentliche Erdgasnetz angeschlossen sind, empfiehlt sich eine Flüssiggas-Heizung. Flüssiggas besteht aus Kohlenwasserstoffen, vorwiegend aus Propan, und wird als Nebenprodukt bei der Gasförderung und der Raffinierung von Rohöl gewonnen. Es lässt sich so komfortabel nutzen wie Erdgas. Weil es nicht leitungsgebunden ist, kann Flüssiggas von Versorgern wie PROGAS an fast jedem Standort eingesetzt und mit einem Tanklastwagen in Deutschland praktisch überall hin geliefert werden. Gelagert wird der Gas-Vorrat in Flüssiggas-Behältern. Platz im Keller ist dafür nicht nötig. Der Flüssiggas-Behälter kann auf dem Grundstück entweder über der Erde im Garten aufgestellt werden oder so gut wie unsichtbar unter der Erde liegen. Alles, was von einem unterirdischen Tank zu sehen ist, ist eine Abdeckung, unter der sich die Armaturen des Behälters befinden.

Eine Gasheizung kann auch als Hybrid-Heizung (Gasheizung mit Solar) zum Einsatz kommen oder mit einer Wärmepumpe, die Energie aus Umgebungsluft, Erdreich oder Grundwasser nutzt, kombiniert werden. Hybride Systeme auf Basis von Flüssiggas machen sich dabei die Vorzüge fossiler und erneuerbarer Energieträger zunutze. Im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern verbrennt Flüssiggas dabei deutlich emissionsärmer. Und: Flüssiggas darf in Wasserschutzgebieten und hochwassergefährdeten Regionen genutzt werden.

Gas- oder Holzheizung – was ist zukunftsfähiger und nachhaltiger?

Das Heizen mit Holz liegt im Trend, denn es gilt als nachhaltig und gemütlich. Der Staat fördert Pelletheizungen, weil das als klimaneutral gilt. Denn bei der Verbrennung von Holz wird nur so viel Kohlendioxid frei, wie der Baum zuvor während seines Wachstums aufgenommen hat. Der Haken ist bloß: Wird mehr Holz geschlagen und verbrannt, als durch entsprechende Aufforstung wieder nachwächst, ist die CO2-Bilanz zunächst nicht mehr positiv.  

Flüssiggas wiederum ist ein fossiler Brennstoff. Im Vergleich mit anderen fossilen Energieträgern, beispielsweise Heizöl, verbrennt es emissionsärmer. Darüber hinaus gibt Flüssiggas weniger Luftschadstoffe an die Umwelt ab als andere Energieträger. Es entsteht kaum Ruß oder Asche. Und die Feinstaub- und Stickoxidemissionen sind niedrig. Manche Flüssiggas-Anbieter verbessern die Umweltbilanz ihres Flüssiggases noch weiter: PROGAS zum Beispiel gleicht jedes Gramm CO2, das bei der Verbrennung entsteht, durch Klimaschutzprojekte aus – Kunden beziehen dadurch ohne Aufpreis 100 Prozent klimaneutralisierte Energie.

 

Pallets für Holzheizung auf Förderband

Der Brennstoffbedarf und damit der benötigte Lagerplatz kann bei Pellets groß sein.

Gas- oder Holzheizung – wie viel Brennstoff benötige ich?

Wie viel Brennstoff Sie benötigen, um Heizenergie zu erzeugen, hängt vom Heizwert des eingesetzten Brennstoffs ab. Je höher der Heizwert, desto weniger Brennstoff. Experten haben berechnet, dass Sie folgende Mengen benötigen, um 1 Kilowattstunde Heizenergie zu erzeugen:

  • 200 g Holzpellets
  • 0,1 l Heizöl
  • 0,08 Kubikmeter Erdgas
  • 0,04 Kubikmeter Flüssiggas (entsprechen 0,14 Liter flüssigem Gas)

 

Ein Altbau mit 150 Quadratmetern Wohnfläche, der 27.000 Kilowattstunden Heizenergie im Jahr braucht, benötigt also

  • 5.400 kg Holzpellets
  • 2.700 l Heizöl
  • 2.160 Kubikmeter Erdgas
  • 1.080 Kubikmeter Flüssiggas (entsprechen 3.780 Liter flüssigem Gas)

 

Für Holzpellets benötigen Sie entsprechend viel Platz im Keller, um die Energie zu lagern. 650 Kilogramm Pellets haben einen Lagerbedarf von einem Kubikmeter. Achten Sie darauf, dass Sie maximal 6,5 Tonnen Pellets in einem normalen Raum ohne spezielle Anpassungen lagern dürfen.

Flüssiggas lagert dagegen in einem Tank außerhalb des Hauses, entweder oberirdisch oder unterirdisch. Bei dem Energiebedarf aus obigem Rechenbeispiel müssten Sie einen mittleren, 4.850-Liter-Tank weniger als einmal pro Jahr füllen lassen, denn dieser Gasvorrat reicht ungefähr für 15 Monate.


Gas- oder Holzheizung – was kostet eine neue Heizung?

Eine Pelletheizung kostet zwischen 25.000 und 30.000 Euro. Die laufenden Kosten hängen von den Preisen für die Pellets ab. Wichtig ist eine gute Qualität der Pellets mit großer Festigkeit und geringem Staubanteil. Die Preise schwanken. Bei einer Abnahme von 6 Tonnen kostete eine Tonne Holzpellets der Klasse ENplus laut Deutschem Pelletinstitut im Juli 2021 durchschnittlich 225,24 Euro, für die Kilowattstunde (kWh) Wärme ergaben sich 4,50 Cent. Im November 2021 lag der Pelletpreis bei 267,05 Euro. Die Kilowattstunde (kWh) Wärme kostete damit 5,34 Cent.

Eine Flüssiggas-Gasheizung mit Brennwerttechnik (Therme + Flüssiggastank) kostet zwischen 6.000 und 11.000 Euro. Die genauen Investitionen hängen ab von der Heizung selbst, den Kosten für die Verlegung von Rohren, dem Flüssiggas-Behälter sowie gegebenenfalls einer Schornsteinsanierung. Die laufenden Kosten werden im Wesentlichen vom Flüssiggaspreis beeinflusst. Kostet der Liter Flüssiggas bei Abnahme von 3000 Litern 40 Cent, kostet die Kilowattstunde 6,09 Cent. Kostet der Liter Flüssiggas zum Beispiel 57 Cent, entspricht das einem Energiepreis von rund 8,38 Cent pro Kilowattstunde.

Bedenken Sie auch, dass bei einer Holzheizung höhere Wartungskosten auf Sie zukommen, da die Feuerungsanlage und die Teile der Anlage, die das Holz zuführen, wartungsintensiver sind. Auch ist ein Feinstaubfilter bei einer Holzheizung geboten.

Fazit

Holz oder Gas? Eine neue Holzheizung oder eine neue Flüssiggas-Heizung sind nicht nur sinnvoller als einen alten Kessel weiter zu betreiben, sondern auch wirtschaftlicher. Die Entscheidung für eine der beiden Heiztechniken hängt neben den Kosten und dem CO2-Ausstoß von weiteren Faktoren ab – etwa den laufenden Kosten für Brennstoffe und Wartung, der Größe und Beschaffenheit des Hauses, dem Vorhandensein von Heizkörpern oder Fußbodenheizung und vielem anderen. Der wohl größte Unterschied zwischen einer Holzheizung und einer Flüssiggas-Heizung ist der Platzbedarf. Die Flüssiggasheizung benötigt im Haus kaum Raum. Sie passt in fast jedes Gebäude – wenn im Außenbereich genug Platz für den Flüssiggastank vorhanden ist. Am Ende ist die Heizungswahl eine individuelle Entscheidung, die zum Gebäude passen muss.

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Stand der Preise: November 2021
Artikel veröffentlicht am: 02.05.2022
Fotos: Marianna Kara/springtime78/Beautiful landscape (alle Shutterstock.com)

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