Gasheizung mit Solar – eine perfekte Kombination

Lesezeit: 5 Minuten

Die Kraft der Sonne bringt nicht nur uns Energie, sondern auch unserer Heizung. Eine Flüssiggasheizung, gekoppelt mit Solarthermie, ist eine effiziente Hybridheizung. Sie senkt Heizkosten, spart CO2 – und wird großzügig bezuschusst.

Im Doppelpack ist's besser: Eine Gas-Hybridheizung kombiniert eine Gasheizung mit erneuerbaren Energien, zum Beispiel mit Solarthermie. Die Teamarbeit von zwei Heizsystemen hat gleich mehrere Vorteile: Schon allein mit einer Gas-Brennwertheizung können Sie im Vergleich zu älteren Gasheizungen Heizkosten und Emissionen einsparen. Kommt Solarthermie obendrauf, sinkt beides nochmals. Und Flüssiggas macht Sie zudem komplett unabhängig von öffentlichen Gasnetzen. Dabei brauchen Sie keine Gasleitung, sondern das Gas lagert in einem Tank auf Ihrem Grundstück.

Wie funktioniert eine Heizung mit Solar – Funktionsprinzip

Zwei Möglichkeiten gibt es, die Flüssiggasheizung mit Solarthermie zu unterstützen: Entweder bei der Erwärmung von Wasser oder direkt beim Heizen. Ziel des kombinierten Heizsystems ist es, möglichst viel der benötigten Wärme mit der Solaranlage zu produzieren. Je nach Kollektorenfläche versorgt sie das Haus zu einem großen Teil des Jahres fast allein mit Gratis-Energie der Sonne. Erst wenn sie nicht mehr genug Wärme liefern kann, schaltet sich die Gasheizung selbstständig dazu.

Im Detail funktioniert das so: Eine Flüssiggasheizung mit solarer Unterstützung erzeugt die Wärme dank zweier Heizkreise. Zum einen gibt es den Heizkreislauf, der den Gas-Brennwertkessel als Wärmerzeuger nutzt. Er überträgt die Wärme an das Heizwasser der Heizung. Zum anderen sammeln Solarkollektoren Sonnenwärme. Diese wird jedoch nicht direkt für die Warmwasserbereitung genutzt, sondern in einen Wärmespeicher geleitet. Er versorgt das Heizungssystem mit der über den Tag gespeicherten Wärme. Er gibt sie aber erst dann ab, wenn sie gebraucht wird. Reicht die Kraft der Sonne nicht aus, überträgt die Flüssiggas-Brennwertheizung Wärme über einen eigenen Wärmetauscher an den Speicher.

 

Spielende Kinder auf dem Sofa mit Solarheizung

Die Heizung ist „powered by Solar“? In Punkto Energiekosten ist das ein Grund zur Freude.

Effizient heizen mit Hilfe der Sonne

Effizient, sparsam und klimaschonend: Eine Flüssiggas-Brennwertheizung und eine Solarthermie-Anlage ergänzen sich ideal. Spart schon die Gas-Brennwertheizung im Vergleich zu einer älteren Ölheizung im Jahr 20 bis 30 Prozent an Heizkosten ein, sinken sie im Zusammenspiel mit Solarthermie um insgesamt bis zu 50 Prozent. Das genaue Einsparpotenzial hängt letztendlich davon ab, ob Solarthermie nur für warmes Wasser oder auch für warme Räume sorgen soll. Erfreulich ist diese Heizungskombination zudem für die Umwelt: Wird Solarthermie in einem Vier-Personen-Haushalt zur Warmwasserbereitung eingesetzt, spart sie rund 0,9 Tonnen CO2 im Jahr. Mit Heizungsunterstützung sind es rund 1,5 Tonnen CO2 weniger.

Voraussetzungen für eine Gasheizung mit Solar

Um eine Flüssiggasheizung mit Solarthermie zu koppeln, muss sie technisch auf dem neusten Stand sein. Moderne Gas-Brennwertkessel oder Gas-Brennwertthermen erfüllen in der Regel diese Anforderungen. Wer schon ein solches System besitzt, kann es bequem mit Solarthermie nachrüsten.  Entsprechende Solarkollektoren gibt es wahlweise als Flachkollektoren oder Vakuum-Röhrenkollektoren. Röhrenkollektoren sind optisch auffälliger und teurer, dafür aber leistungsfähiger.

Damit die Hybridheizung wirklich viel Energie und Kosten einspart, muss die Solarthermie-Anlage gut geplant sein: Je mehr kostenlose Sonnenwärme sie einfängt, desto besser. Dafür brauchen Sie eine ausreichend große Dachfläche mit genügend Tragfähigkeit. Idealerweise ist sie nach Süden ausgerichtet. Soll die Anlage Heizungswärme liefern, sollte das Dach einen Neigungswinkel von etwa 45 bis 70 Grad aufweisen. Zur Warmwasserbereitung reichen etwa 20 bis 50 Grad.

Die Standfläche für den Speicher lässt sich schnell finden: Benötigen Sie Solarthermie nur für warmes Wasser, reichen kleinere Exemplare. Soll die Solarthermie auch Wärme für die Heizung produzieren, kommt ein größerer Speicher zum Einsatz. Da Speicher senkrecht aufgestellt werden, brauchen sie lediglich einen Quadratmeter Platz.

Speichergrößen und Dimensionierung der Solarmodule

Ziel einer Gasheizung mit Solarthermie ist es, möglichst viel Wärme mit Hilfe der Sonne zu produzieren. Deshalb muss sich die Fläche für die Solarmodule an der gewünschten Leistung orientieren. Doch wie hoch muss sie sein? Das hängt zum einen davon ab, wie viele Personen im Haushalt leben. Zum anderen ist entscheidend, ob die Solaranlage nur das Wasser erhitzen oder gleich das Heizen unterstützen soll. Geht es nur um warmes Wasser, rechnet man etwa 1,5 Quadratmeter Flachkollektorfläche pro Person. Bei den leistungsstärkeren Röhrenkollektoren sind es rund 1,25 Quadratmeter. Wird mit Solarthermie auch geheizt, beträgt die Gesamtkollektorfläche rund 3 Quadratmeter pro Person für Flachkollektoren. Röhrenkollektoren benötigen 2,25 Quadratmeter.

Häuser mit Solarheizung

Je mehr Dachfläche von Solarkollektoren belegt ist, desto mehr kann Sonnenenergie die Heizung unterstützen.

Beispielrechnung Einfamilienhaus

Wie rechnet sich nun die Gas-Solar-Kombination für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt bei einem Energiepreis von 6,7 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh)?

Warmwasserbereitung

Für ihren jährlichen Warmwasserverbrauch benötigen vier Personen etwa 4.200 Kilowattstunden Energie. Kommt eine Solaranlage ins Spiel, übernimmt sie 50 bis 60 Prozent davon. Dadurch spart der Haushalt jährlich rund 140 Euro. Erhöhen sich die Kosten für Energie jährlich um geschätzte drei Prozent, lassen sich in über 20 Jahren 3.800 Euro einsparen.

Heizungsunterstützung

Ein typisches Einfamilienhaus mit vier Bewohnern verbraucht pro Jahr im Schnitt 15.000 Kilowattstunden Gas für Heizung und Warmwasser. Solarthermie stemmt 25 Prozent davon und senkt so die Kosten um rund 250 Euro im Jahr. Bei steigenden Energiepreisen ist das in 20 Jahren eine Ersparnis von etwa 6.500 Euro.

Vorteile einer Gas-Hybridheizung mit Solar auf einen Blick

Wer sich für eine Gas-Hybridheizung mit Solar entschiedet, punktet in vielerlei Hinsicht. Er setzt auf die kostengünstigste Hybridlösung und senkt zugleich Gasverbrauch und CO2-Emissionen. Das freut Geldbeutel und Klima, denn dadurch reduzieren sich Heizkosten und CO2-Abgabe. Sie machen sich auch unabhängiger von schwankenden Energiekosten. Eine effiziente Heizung mit bewährter Technik erhöht außerdem den Wert der Immobilie. Hier besitzt die Gas-Solar-Kombination allein schon beim Einbau Vorteile: Sie kann veraltete Gasheizungen recht unkompliziert ersetzen – selbst in vielen Altbauten. Sie sparen auf lange Sicht Geld und entlasten die Umwelt. Denn heutige Solarsysteme haben in der Regel Laufzeiten von mehr als 25 Jahren.

Was kostet eine Gasheizung mit Solar?

Die Kosten einer Gas-Hybridheizung mit Solar hängen von vielen Faktoren ab – etwa von Wohnungsgröße und Kollektorart. Es ist auch ein Unterschied, ob Sie schon eine Flüssiggas-Brennwertheizung besitzen, die Sie nur noch mit Solarthermie ergänzen möchten oder ob Sie beides kaufen müssen. Grob geschätzt schlägt eine neue Gas-Brennwerttherme samt Montage mit 5.000 bis 7.500 Euro zu Buche. Der nächste Posten ist die Solarthermieanlage mit Kollektoren, Speicher, Zubehör und Montage.  Für eine Anlage, die nur warmes Wasser bereiten soll, müssen Sie für alles insgesamt 3.000 bis 5.000 Euro ansetzen. Soll sie auch das Heizen übernehmen, kommen stattdessen Kosten von 8.000 bis 12.000 Euro auf Sie zu. Wer gerade erst noch auf Flüssiggas umstellt und noch keinen Tank besitzt, muss dafür ebenfalls noch Kosten einplanen.

Durch staatliche Fördermittel lassen sich die Anschaffungskosten zurzeit jedoch deutlich senken. Für die Kombination von Gashybridheizungen mit erneuerbaren Energien gibt es aktuell Zuschüsse von bis zu 35 Prozent. Steigen Sie von einer Ölheizung um, sind sogar bis zu 45 Prozent drin. Über alle Details können Sie sich zum Beispiel bei Flüssiggasversorger PROGAS im Rahmen eines Fördergeldservices unverbindlich beraten lassen.

Alternativ haben Sie die Möglichkeit, Gas-/Solar-Anlagen nicht zu kaufen, sondern zu mieten.  In Zusammenarbeit mit Heizungsbauern bieten Versorger wie PROGAS hier einen Rundum-Service von Einbau bis Wartung.

Nutzen auch Sie die Kraft der Sonne und eine moderne Flüssiggasheizung:

Sie interessieren sich für eine moderne hybride Heizungsanlage? Dann wenden Sie sich an unsere Experten.


Stand der Preise: November 2021
Artikel veröffentlicht am: 02.05.2022
Fotos: StepanPopov/Halfpoint/fokke baarssen (alle Shutterstock.com)

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