Die Ölheizung austauschen – ist das Pflicht? Alternativen und die Kosten in der Übersicht

Lesezeit: 6 Minuten

Ein Verbot von Ölheizungen – dieses Thema treibt Hausbesitzer aktuell um. Ein Aus für alle Ölkessel in Deutschland ist jedoch nicht geplant. Tatsächlich gibt es viele Fälle, in denen Sie weiter mit Öl heizen dürfen. Dennoch ist es sehr sinnvoll, die alte Ölheizung auszutauschen und auf Alternativen zu setzen – zumal es dafür häufig eine Förderung gibt.

Die Pflicht zum Austausch alter Heizkessel ist nichts Neues. Schon seit Jahren müssen alte Anlagen spätestens 30 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme ersetzt werden. Das gilt für Ölheizungen genauso wie für Gasheizungen – und diese Regel hat 2020 auch Eingang ins neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) gefunden. Die Austauschpflicht gilt allerdings nicht für Anlagen, die mit Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik arbeiten. Von 2026 an dürfen reine Öl- oder Kohleheizungen zudem nicht mehr neu installiert werden. Was dann? Erdgas und Flüssiggas bieten sich mehr denn je als Alternative an.

Alte Ölheizungen besonders ineffizient

Neue Technik schlägt alte Technik: Heizungsanlagen werden immer effizienter. Ein Austausch rechnet sich oft schon nach 15 bis 20 Jahren. Deshalb sollten Sie eine alte Ölheizung in jedem Fall austauschen. Beim Verbrennen von Öl werden gerade in älteren Anlagen viele Schadstoffe frei – und eine Menge CO2. Deshalb ist die staatliche CO2-Abgabe gerade beim Heizöl deutlich zu spüren. Weil sie in den kommenden Jahren weiter steigt, können Sie beim Umstieg auf andere Energien merklich sparen.

Alternativen zur Ölheizung und wie Sie damit Heizkosten sparen

Kommt die alte Anlage aufs Abstellgleis, stellt sich die Frage: Die Ölheizung austauschen, gegen was denn?

Flüssiggas

Eine perfekte Alternative zur Ölheizung. Genau wie Heizöl kommt der Energieträger per Tankwagen zu Ihnen – und eignet sich daher besonders, wenn Ihr Haus nicht an eine Erdgas- oder Fernwärmeleitung angeschlossen ist. Flüssiggas lässt sich zudem gut mit effizienter Technik kombinieren – es erzeugt in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme zugleich. Und auch eine Brennstoffzelle oder eine Wärmepumpe lässt sich mit Flüssiggas betreiben. Normale Wärmepumpen setzen elektrischen Strom ein, um den Heizkreis bei nicht ausreichender Umweltwärme, etwa im Winter, aufzuwärmen. Bei der Gaswärmepumpe übernimmt Flüssiggas diese Aufgabe.

Pro:

  • Leitungsungebunden
  • flexibel
  • kein Tank im Keller
  • verbrennt sauber und schadstoffarm
  • geringe CO2-Abgabe

 

Contra:

  • Platz für den Tank auf dem Grundstück erforderlich.

 

oelheizung austausch bild1

Auch ohne Zwang: Die alte Öl- gegen eine moderne Gasheizung zu tauschen, lohnt sich. 


Pelletheizung

Auch Holzpellets erreichen Sie per Lkw. Die Kosten für eine neue Heizung sowie ihre Wartung sind hier allerdings teurer als bei einer Gasheizung. Für Holzpellets fällt kein CO2-Preis an und Sie können das Holz im Keller lagern – zum Beispiel dort, wo Ihre Öltanks standen.

Pro:

  • nachwachsender Rohstoff
  • es wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie das Holz beim Wachstum aufgenommen hat
  • gut mit erneuerbaren Energien kombinierbar.

 

Contra:

  • Anschaffungkosten der Heizung hoch
  • Wartungskosten häufig teurer
  • Abgase enthalten Feinstaub
  • Pelletlager im Keller / auf dem Grundstück erforderlich
  • Ressource Holz in bestimmten Regionen begrenzt: Versorgungssicherheit gegebenenfalls nicht garantiert.

 

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe gewinnt mit Hilfe von Strom Wärme aus dem Erdreich oder der Umgebungsluft. Sinnvoll ist ihr Einsatz nur in einem gut gedämmten Haus mit Fußbodenheizung – in einem Altbau ist mit immensen Stromkosten zu rechnen.  

Pro:

  • in Kombination mit erneuerbarer Energie geringe Heizkosten
  • kein Schornstein erforderlich
  • kann zum Teil auch kühlen
  • kaum Wartung nötig

 

Contra:

  • Nur für gut gedämmte Häuser mit Flächenheizung sinnvoll
  • je kühler, desto höher die Stromkosten
  • Erdwärmepumpe nicht überall realisierbar

 

Erdgas

Möglicherweise liegt Ihr Haus in der Nähe einer Erdgasleitung und ein Anschluss ist möglich? Eine Anfrage beim örtlichen Versorger kann sich lohnen, allerdings kann ein Anschluss schnell mehrere tausend Euro kosten oder der Versorger lehnt ihn direkt ab – denn in Zeiten der Energiewende prüfen die Unternehmen genau, ob sich ein Ausbau des Leitungsnetzes für sie noch lohnt.     

Pro:

  • kein Lagerraum nötig
  • verbrennt sauber und schadstoffarm
  • niedrige CO2-Abgabe

 

Contra:

  • Nutzer benötigen Anschluss ans Netz
  • kein günstiger Kauf auf Vorrat möglich 


Fernwärme

In einigen großen Ballungsgebieten oder in der Nachbarschaft eines Kraftwerks haben Sie auch die Möglichkeit, einen Anschluss ans Fernwärmenetz zu bekommen. Auch hier muss der Versorger prüfen, ob er Ihr Haus nachträglich anschließen kann.

Pro:

  • günstigste Art zu heizen
  • keine Heizungsanlage im Haus nötig
  • kaum Wartungskosten

 

Contra:

  • nur an wenigen Orten verfügbar
  • kein Anbieterwechsel möglich
  • oft mit fossilen Brennstoffen erzeugt

 

Bei der Ölheizung bleiben – ist das möglich?

Ja. Ab 2026 darf man allerdings nur noch Brennwert-Ölheizungen installieren – und nur, wenn sie mit einer Anlage kombiniert werden, die Wärme aus erneuerbarer Energie gewinnt. Das können Solar-, Biomasse- oder Wärmepumpenanlage sein. Ist eine Kombination technisch nicht möglich, kann sie auch unterbleiben. Achtung: In Hochwasser-Risikogebieten müssen Sie nachweisen, dass Ihre neue Ölheizung hochwassersicher ist. In Überschwemmungsgebieten sind neue Ölheizungen nur möglich, wenn es keine finanziell vertretbare Alternative gibt.


Nahaufname Betankung Flüssiggas

Weg vom Öl als Heizenergie? Es gibt gute Alternativen.


Ölheizung austauschen gegen Flüssiggas – und die Kosten

Die naheliegendste Alternative für ein Haus fernab des Gasleitungsnetzes ist der Umstieg von Öl auf Flüssiggas. Hierbei müssen Sie zunächst die alte Ölheizung sowie die Öltanks fachgerecht demontieren lassen. Das kostet in der Regel zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Haben Sie vorher nicht mit einer Brennwertheizung geheizt, sind auch Umbauarbeiten am Schornstein nötig: Arbeiter ziehen hier ein dünnes Rohr ein, damit die kalten Abgase der neuen Anlage gut abziehen können. Dafür fallen ebenfalls Kosten zwischen 1.000 und 2.000 Euro an. Der größte Posten ist natürlich die neue Brennwertheizung – also die Heiztherme – an sich. Hier rechnen SHK-Betriebe aktuell inklusive Montage mit Kosten zwischen 5.000 und 7.500 Euro. Eine Kombination mit erneuerbaren Energien ist teurer. Eine Solaranlage kostet je nach Größe und je nach Art der Unterstützung (nur Warmwasser oder auch Heizung?) zwischen 3.000 und 12.000 Euro. Für die Montage der Flüssiggastechnik, unter anderem den Tank, müssen Sie weitere Kosten einplanen. Kaufen Sie den Tank, dann können für den Flüssiggastank Kosten zwischen 1.500 und 3.000 Euro anfallen. Die Kosten können je nach Größe des Tanks und den Gegebenheiten auf Ihrem Grundstück variieren. Doch die Flüssiggasanbieter bieten attraktive Vertragsmodelle an, mit denen Sie den Flüssiggastank mieten. Dabei zahlen Sie nur eine einmalige Liefer- und Anschlussgebühr zu Beginn Ihres Vertrags – etwa 400 bis 800 Euro – und anschließend nur noch eine geringe monatliche Grundgebühr zwischen 10 und 20 Euro.

Hohe Förderung für den Austausch der Ölheizung

Wer sich für eine Gas-Hybridheizung entscheidet, erhält vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) aktuell hohe Fördermittel. Ist die Heizananlage  „Renewable Ready“, also für erneuerbare Energien bereits vorbereitet, gibt es bis zu 20 Prozent der Investitionskosten als Förderung. Die erneuerbare Wärmequelle muss innerhalb von zwei Jahren nachinstalliert werden. Weitaus mehr Fördergeld, bis zu 30 Prozent des Investitionsvolumens, gibt es, wenn die Gasheizung direkt nach dem Einbau mit erneuerbaren Energien zusammenarbeitet. Wenn Sie in diesem Zuge die Ölheizung austauschen, können Sie mit bis zu 40 Prozent Förderung rechnen. Noch einmal 5 Prozent oben drauf gibt es, wenn der Austausch der Ölheizung Teil eines im Förderprogramm „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude“ geförderten individuellen Sanierungsfahrplanes (iSFP)“ ist. Mit einem Austausch der Heizung durch ein Hybridsystem spart man übrigens doppelt Energie: einmal durch die deutlich effizientere Gasheizung und einmal durch die Unterstützung durch erneuerbare Energien. Flüssiggasversorger wie PROGAS bieten Ihnen umfangreiche Beratung zum Thema, etwa im Rahmen eines Fördergeldservice.  

Fazit: Die meisten Besitzer von Ölheizungen müssen nicht sofort handeln. Aber eine fällige Modernisierung hinauszuschieben, hat keinen Sinn. Es lohnt sich nicht. Und wenn man den Umbau anpackt, spricht die aktuelle und künftige Gesetzeslage deutlich für einen Ausstieg aus dem Öl: Klima- und Gewässerschutz, Austauschprämie, Investitionsförderung für Hybridheizungen. Alternativen zum Öl gibt es einige. Auch da, wo ein Anschluss an Energienetze nicht möglich ist.

Warten Sie nicht länger und profitieren Sie von unserer Beratung

Erfahren Sie mehr zu allen Fragen rund um ihre Energieversorgung in unserer persönlichen Flüssiggas-Beratung.

 

Ölheizung erneuern oder austauschen? Welt der Wunder TV berichtet über die Alternative Flüssiggas

Vorschaubild - Ölheizung erneuern oder austauschen? Welt der Wunder TV berichtet über die Alternative Flüssiggas

Stand der Preise: November 2021
Artikel zuletzt aktualisiert am: 02.05.2022
Fotos: alterfalter/BOKEH STOCK/ID-VIDEO (alle Shutterstock.com)

Das könnte Sie auch interessieren
Alles über Flüssiggas-Heizungen

Kosten, Förderungen, Vorteile - das Wichtigste über Flüssiggas-Heizungen auf einen Blick.

Mehr erfahren
Gute Gründe für Flüssiggas

Flüssiggas ist ein hervorragender Energieträger: Alle Vorteile auf einen Blick

Mehr erfahren
Förderung für Ihre Heizung

Ein Überblick über verfügbare Zuschüsse und Tipps, wie Sie bares Geld sparen können.

Mehr erfahren
Jetzt
Newsletter
bestellen