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Woher kommt
Flüssiggas
beziehungsweise Propangas?

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Homepage Ratgeber Wissen Flüssiggas Propangas Herstellung
Artikel veröffentlicht am 11.04.2022
Lesezeit: 7 Minuten
Die Herkunft des Flüssiggases? Auf kurze Distanz betrachtet stammt es aus einem Stahltank auf Ihrem Grundstück. Doch woher kommt das Propangas ursprünglich? Eine weite Reise liegt hinter ihm – von der Bohrinsel über diverse Transportmittel und Lager bis in die hintersten Ecken des Landes.

Erdgas kommt aus den Tiefen der Erde – das verrät schon sein Name. Bohrinseln fördern es an die Oberfläche. Aber Flüssiggas? Es besteht aus Propan und Butan, die auf unterschiedliche Weise gewonnen werden.

Wo wird Flüssiggas hergestellt?

Flüssiggas, also Propan und Butan, wird entweder direkt auf Bohrinseln aus Erdöl oder Erdgas gewonnen oder es entsteht in Mineralöl-Raffinerien bei der Verarbeitung von Öl und Gas.

Stationen der Herstellung von Flüssiggas

Wie Flüssiggas schon auf hoher See gewonnen wird, erläutern wir Ihnen im Folgenden.

Station 1: Bohrinseln auf hoher See

  • Rund 100 Kilometer vor der norwegischen Küste frischt der Wind etwas auf. Die Wellen werfen sich mit Wucht gegen die vier mächtigen Betonpfeiler, die der Förderplattform Sea Troll sicheren Stand bieten. Mit einer Höhe von insgesamt 472 Metern ist sie die derzeitige Königin unter den mehr als 450 Bohrinseln, die in der Nordsee in rund 300 Meter Tiefe nach Erdöl und Erdgas bohren. Hier draußen, auf dem offenen Meer, startet ein langer Weg: der des Flüssiggases zum Kunden.

Propanherstellung bei Produktion von Erdgas und Erdöl

  • Die Geschichte des Flüssiggases begann bereits vor rund 150 Millionen Jahren. Damals setzten biologische Zerfallprozesse ein, die Mikroben und Algen langsam in Erdöl und Erdgas transformierten. Die Flüssiggase Propan und Butan sind Bestandteile der fossilen Rohstoffe Erdöl und Erdgas. Bei deren Förderung kommt dementsprechend immer auch Flüssiggas zutage – entweder chemisch eingeschlossen im Öl. In diesem Fall wird es später in der Raffinerie abgeschieden. Oder aber als Begleitgas bei der Erdgasförderung, wo Propan oft schon auf der Bohrinsel vom reinen Erdgas (Methan) getrennt wird. Flüssiggas (LPG, Liquefied Petroleum Gas) unterscheidet sich von anderen oft ebenfalls als Flüssiggas betitelten Gas-Varianten. Reines Erdgas kann nämlich ebenfalls verflüssigt werden und heißt dann LNG (Liquefied Natural Gas). Oder es wird komprimiert gelagert und heißt dann CNG (Compressed Natural Gas).

Jens Neubert/PROGAS

Infografik: Flüssiggas wird aus gasführenden Schichten gesaugt

Die Gasquelle: Erdgas ist meistens in porösen Gesteinsschichten in vier bis sechs Kilometern Tiefe eingeschlossen. Darüber liegt eine undurchlässige Schicht. Der Bohrer bricht sie auf und das Gas strömt durch eine Leitung nach oben zur Plattform.

Jens Neubert/PROGAS

Infografik: Gasbohrinsel

Die Plattform: Je nach Einsatzgebiet und Wassertiefe gibt es verschiedene Varianten. Feststehende Plattformen wie diese sind für langjährige Einsätze bestimmt. Daneben gibt es auch schwimmende Plattformen, die nur mit Seilen am Meeresboden verankert sind.

Jens Neubert/PROGAS

Infografik: Stoffe, die eine Gasbohrinsel fördert, unter anderem Propan und Butan

Die Aufbereitung: Die Weiterverarbeitung des Erdgases beginnt bereits auf hoher See auf der Plattform, auf der meist schon komplexe technische Anlagen der Petrochemie zu finden sind.

Jens Neubert/PROGAS

Infografik: Stoffe, die eine Gasbohrinsel fördert, unter anderem Propan und Butan

Die Chemie: Butan und Propan, die Hauptbestandteile des Flüssiggases, werden im Prozess der „Trocknung“ vom Methan (CH4) abgespalten – ebenso andere flüssige oder gasförmige Begleiter des Erdgases.

Jens Neubert/PROGAS

Infografik: Gasbohrinsel, Leitung vom Meeresgrund zur Plattform

Der Transport: Das Erdgas der Plattformen erreicht das Festland in der Regel über Pipelines, die auf dem Meeresboden verlaufen.

Jens Neubert/PROGAS

Infografik: Gasbohrinsel, LPG-Tanker holt Gas ab

Transport II: Das Flüssiggas wird häufig per Tankschiff von den Bohrinseln abgeholt. In Deutschland ist das schleswig-holsteinische Brunsbüttel einer der Hauptumschlagplätze.

Station 2: Im Terminal und in der Raffinerie

  • In Deutschland kommt das Flüssiggas fast immer am Nordsee Gas Terminal im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel (NGT) an. „Für das Nordseegas sind wir der führende Umschlagplatz“, erklärt Detlev Steinkrauß, der vor seiner Karriere im Flüssiggas-Geschäft als Schiffsingenieur selbst jahrelang zur See fuhr. Seit Mai 2010 sorgt er gemeinsam mit dem für den Vertrieb zuständigen Geschäftsführer Dietmar Möllenhoff für den reibungslosen Umschlag des Flüssiggases in Brunsbüttel.

Vom Druckbehälter in den Kesselwagen

  • Durchschnittlich fahren pro Jahr 20 bis 24 Schiffe den Terminal an, das entspricht einer Jahresladung von bis zu 200.000 Tonnen Flüssiggas. Von den Tankschiffen strömt es durch die zwei Kilometer lange Rohrleitung in die Lagertanks des NGT. Neben einem fast 30 Meter hohen Tiefkalt-Behälter mit 6.900 Tonnen Kapazität stehen noch drei Druckbehälter mit einem Fassungsvermögen von jeweils rund 1.000 Tonnen zur Verfügung. Im Tiefkalt-Behälter lagert das Flüssiggas bei -42 Grad Celsius. Derart tiefgekühlt, ist es nahezu drucklos. In den drei Druckbehältern liegt die Temperatur hingegen zwischen zwei Grad und der Umgebungstemperatur. „In diesem Zustand ist das Flüssiggas transportbereit und kann in die Großtanklastwagen und Eisenbahnkesselwagen gepumpt werden“, erklärt Detlev Steinkrauß.

Jens Nieth/PROGAS

Flüssiggas-Herstellung: Detlev Steinkrauß vom Nordsee Gas Terminal kontrolliert eine Flüssiggaslieferung, die soeben Brunsbüttel erreicht hat

Detlev Steinkrauß kontrolliert eine Flüssiggaslieferung, die soeben das Terminal in Brunsbüttel erreicht hat.

Jens Nieth/PROGAS

Flüssiggas-Herstellung: Auf dem Gelände des Nordsee Gas Terminal in Brunsbüttel sind Arbeiter im Einsatz

Draußen auf dem Gelände im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel sind Arbeiter im Einsatz.

Jens Nieth/PROGAS

Flüssiggas-Herstellung: Für Schiffe gibt es im Nordsee Gas Terminal eine direkte Anlegestelle an der Elbe.

Für Schiffe gibt es eine direkte Anlegestelle an der Elbe.

Jens Nieth/PROGAS

Flüssiggas-Herstellung: Arbeiter im Nordsee Gas Terminal Brunsbüttel

Arbeiter pumpen die Ladung der Schiffe um in Eisenbahnwaggons.

Jens Nieth/PROGAS

Flüssiggas-Herstellung: Kesselwagen warten auf den Gleisen des Nordsee Gas Terminals Brunsbüttel

Kesselwagen warten auf den Gleisen des Terminals.

Jens Nieth/PROGAS

Flüssiggas-Herstellung: Mit Messinstrumenten überwachen Arbeiter des Nordsee Gas Terminals Brunsbüttel die Verladeprozesse

Mit Messinstrumenten überwachen Arbeiter die Verladeprozesse.

In der Raffinerie ist Flüssiggas ein Produkt von vielen

  • Komplizierter ist die Flüssiggas-Herstellung, wenn es erst noch aus dickflüssigem Erdöl extrahiert wird. Dies geschieht in Raffinerien wie der BP Lingen im Emsland. Hauptsächlich werden dort Kraftstoffe wie Benzin und Diesel für die BP-Tochtergesellschaft ARAL hergestellt. Weitere Produkte der Raffinerie sind Kerosin für den Flugverkehr, leichtes Heizöl, Schwefel für die chemische Industrie, Cyclohexan für die Nylonherstellung – und eben Flüssiggas. Fast 100.000 Tonnen Propan und Butan produziert BP Lingen jährlich. Nur ein paar Tropfen im Vergleich zu den etwa 4,5 Millionen Tonnen Rohöl, die die Raffinerie pro Jahr verarbeitet. Flüssiggas macht weniger als drei Prozent der Stoffe aus, die bei der Raffination von Erdöl entstehen. Das Erdöl wird im Laufe der Prozesse nach und nach in seine Bestandteile zerlegt und die Flüssiggase Propan und Butan über Rohre abgeleitet.

Station 3: Hinaus ins ganze Land

  • Ob der Weg des Flüssiggases nun über Importterminals wie das in Brunsbüttel oder Raffinerien wie die BP Lingen führt: Seine nächste Station ist ein Lager eines Flüssiggas-Versorgers. PROGAS unterhält 16 davon in ganz Deutschland. Hier sorgen die Mitarbeiter dafür, dass privaten Haushalten, Gewerbekunden, Vertriebsstellen und Autogastankstellen nicht das Flüssiggas ausgeht.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Flüssiggas

  • Frank Grosser und seine Mitarbeiter kümmern sich in Kassel um einen reibungslosen Betriebsablauf. Der Füllstellenmanager betreut insgesamt sieben PROGAS-Lager. Mit seiner Erfahrung sorgt er dafür, dass das Flüssiggas rechtzeitig angeliefert, sicher gelagert und planmäßig abgefüllt wird. Flüssiggas (Propangas) ist eine äußerst vielseitige und komplexe Energie: Es dient zum Heizen, Grillen und Kochen, ist als Treibmittel fester Bestandteil in fast allen Spraydosen und feuert Schweißgeräte auf Baustellen an. In Form von Autogas ist es zudem eine klimaschonende Kraftstoffalternative.

Jens Nieth/PROGAS

Flüssiggas-Transport: Füllstelle für Flüssiggas

Jens Nieth/PROGAS

Flüssiggas-Transport: Füllstelle für Flüssiggas

Hunderte Flaschen warten in einem Flüssiggaslager auf ihre Wiederbefüllung.

Insgesamt rund 250 Tanklastwagen der PROGAS-Partnerspedition TRANSGAS sind auf Deutschlands Straßen unterwegs, um Kunden von der Nordsee bis zu den Alpen mit Flüssiggas zu versorgen. Frank Grosser sieht eine der Stärken von PROGAS darin, seine Kunden sicher und zuverlässig zu versorgen: „Wir reagieren flexibel auf Lieferanfragen und sorgen mit unserem Logistiknetzwerk für eine reibungslose Flüssiggasversorgung im ganzen Land“, sagt der Füllstellenmanager.

Flüssiggas und DIN-Normen

Damit Flüssiggas jederzeit in gleichbleibender Qualität die Haushalte in Deutschland erreicht, muss es die Qualitätsnorm DIN 51266 erfüllen. Unter dem Titel „Flüssiggase; Propan, Propen, Butan, Buten und deren Gemische; Anforderungen“ regelt sie die genaue Zusammensetzung von Flüssiggas. So ist es verlässlich für die darauf abgestimmte Technik zum Heizen, Kochen und für weitere Zwecke nutzbar. 

Zusammensetzung von Flüssiggas

Wie  nach der Herstellung das Flüssiggas genau definiert ist, haben wir für Sie in einem anderen Artikel zusammengefasst.

Flüssiggas als klimaschonende Energiequelle

Ein fossiler Brennstoff, der das Klima schont? Klingt erst einmal wie ein Widerspruch, funktioniert aber über das Prinzip der CO2-Kompensation. Manche Flüssiggasversorger gleichen jedes Gramm Kohlenstoffdioxid, das bei der Verbrennung des Gases entsteht, über Klimaschutzprojekte aus. Versorger PROGAS tut genau das und geht noch einen Schritt weiter – mit der Kompensation der gesamten Geschäftstätigkeit für noch mehr Nachhaltigkeit.
 

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