Fußbodenheizung und Flüssiggas – ist das sinnvoll? Alle Infos zu Technik und Kosten!

Lesezeit: 6 Minuten

Eine Fußbodenheizung ist komfortabel, platzsparend und prinzipiell günstig im Energieverbrauch. Man kann sie auch in Altbauten nachrüsten – und sie verträgt sich bestens mit einer modernen Gasheizung.

Man sieht sie nicht, und das ist gut. Die Fußbodenheizung steckt eben im Boden; es gibt keine Heizkörper, die den Raum verkleinern oder optisch beeinträchtigen. Die Strahlungswärme der Fußbodenheizung wird als angenehmer empfunden und ist auch gesünder als die Wärme durch bewegte, staubige Luft der klassischen Konvektionsheizungen. Und weil man stets warme Füße hat, neigt man nicht dazu, fröstelnd den Temperaturregler hochzudrehen. Vor allem aber ist die Fußbodenheizung schon aus Prinzip sehr sparsam – weil ihre niedrigen Vorlauftemperaturen weniger Heizenergie fordern. Eine Fußbodenheizung kann man auch nachträglich installieren, und sie lässt sich sehr gut mit Gasheizungen kombinieren, natürlich auch mit Flüssiggas-Heizungen. Es sollte sich aber unbedingt um ein modernes Brennwert-Heizsystem handeln.

Das Funktionsprinzip der Fußbodenheizung mit Gas

Eine Fußbodenheizung besteht aus schlanken Rohrleitungen, die sich unsichtbar durch den Fußboden schlängeln. Sie werden vom warmen Heizungswasser durchströmt, das seine Wärme großflächig und gleichmäßig an den Raum abgibt. Bei Neubauten werden die Rohrleitungen gleich in den frischen, noch nassen Estrich verlegt (Nass-System). Für die Nachrüstung in Altbauten gibt es spezielle Dünnschichtsysteme oder Trockenbausysteme, die über dem fertigen Boden installiert werden. Oder man lässt schlanke Kanäle in vorhandenen Estrich hineinfräsen. In jedem Fall wird das Rohrsystem mit warmem Heizwasser versorgt, indem man es einfach an die Gasheizung anschließt. Da die durchschnittliche Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung nur etwa 30 Grad beträgt, würden leistungsstarke Gasheizungen zu warmes oder heißes Wasser liefern. Deshalb braucht man in der Regel einen zwischengeschalteten Schichtenspeicher, in dem ein Teil des Heizwassers auf die Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung abkühlt, während wärmeres Wasser für Küche und Bad weiter zur Verfügung steht.

Unterschied zwischen Gastherme und Gasbrennwerttherme

Moderne Gasbrennwert-Thermen sind heute Stand der Technik, weil sie viel energieeffizienter arbeiten als herkömmliche Anlagen. Ältere Anlagen – auch „Niedertemperaturheizungen“ genannt – blasen die heißen Abgase (Wasserdampf) nutzlos über den Kamin in die Außenluft. Bei Brennwert-Anlagen werden diese Abgase durch das rücklaufende Heizungswasser abgekühlt (Kondensation). Die freiwerdende Wärme wird auf das Rücklaufwasser übertragen und wieder in den Heizkreislauf eingespeist. Und deshalb sind Fußbodenheizungen besonders gut mit Brennwert-Gasthermen zu kombinieren. Denn bei ihrer niedrigen Vorlauftemperatur ist auch die Rücklauftemperatur niedriger als in konventionellen Heizsystemen. Also werden die Abgase stärker gekühlt – und über das Rücklaufwasser wird mehr Energie in den Heizkreislauf zurückgespeist. Also zwei energiesparende Technologien, die bestens zueinander passen.

 

Zentralheiztemperatur zu Hause auf Thermostat anpassen

Die Temperatur einer Fußbodenheizung regeln Sie ganz bequem über das Thermostat an der Wand.

Wärmebedarf einer Fußbodenheizung

Der Vergleich typischer Vorlauftemperaturen spricht eine klare Sprache: In gut gedämmten Häusern mit Heizkörpern sollte die Temperatur etwa 50 Grad betragen. In alten Häusern mit alter Heiztechnik sind es bis zu 90 Grad! Dagegen genügt bei Fußbodenheizungen meist schon eine Vorlauftemperatur von unter 30 Grad; etwa 45 Grad sind das Maximum. Diese Zahlen erklären, warum Fußbodenheizungen prinzipiell so energieeffizient und sparsam sind. Mit 10 Prozent Einsparung darf man bei den Betriebskosten rechnen. Moderne Flüssiggasheizungen sind für den Wärmebedarf einer Fußbodenheizung oft zu leistungsstark. Es ist aber möglich und üblich, ihr Heizungswasser wie oben erwähnt in „Schichtenspeichern“ auf die geringere Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung abzukühlen.

Fußbodenheizung und Hybridheizung mit Flüssiggas

Ihre niedrige Vorlauftemperatur macht die Fußbodenheizung zum idealen Partner von umweltfreundlichen Wärmepumpen-Systemen. Die reine Raumheizung kann dann weitgehend mit Wärme aus dem Boden oder der Außenluft betrieben werden. Es bleibt aber in der Regel ein Bedarf an zusätzlicher verlässlicher Energie – etwa für die Warmwasserversorgung oder für besonders kalte Wintertage. Das gilt besonders bei der Installation preiswerter, aber im Winter weniger leistungsfähiger Luft-Wärmepumpen. Da empfiehlt sich die Kombination zweier Systeme in einer modernen Hybrid-Heizung: Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast bei der Raumheizung, eine Flüssiggas-Brennwertheizung deckt Lastspitzen an kalten Tagen und bei der Warmwasserversorgung mit höheren Temperaturen ab.

Optimale Vorlauftemperatur

Eine optimale Vorlauftemperatur für alle Fälle gibt es nicht; sie berechnet sich aus vielen Parametern: Heizsystem, Wärmedämmung, Außentemperatur. Im Betrieb bestimmt die Heizung über Außenthermometer automatisch die Anpassung der Vorlauftemperatur ans Wetter. Doch die grundsätzliche Justierung des Systems erfolgt über die Einstellung der Heizkurve, genauer der Heizkennlinie. Damit wird das System so optimiert, dass die Raumtemperatur stets ausreicht, dass nicht überheizt oder Energie verschwendet wird und dass die Heizung im Bereich um vorgegebene Sollwerte nicht hektisch hin- und her steuert.

Barfuss auf Fussboden

Komfortabel und dazu noch effizient: Kalte Füße sind mit einer Fußbodenheizung kein Thema mehr.

Was kostet der nachträgliche Einbau einer Fußbodenheizung?

Bei Neubauten werden die dünnen Rohre der Fußbodenheizung gleich in den flüssigen Estrich verlegt (Nass-System). Dieses Verfahren wird sich bei Nachrüstungen nur anbieten, wenn das Gebäude kernsaniert wird. Sonst wäre der Aufwand durch das Entfernen des alten Estrichs zu groß. Außerdem müssen die Decken im Haus ausreichend tragfähig sein. Eine Alternative sind Trocken-Systeme. Dabei werden in trockenen, mindestens 4 mm starken Estrich schmale Kanäle zur Aufnahme der Heizungsrohre eingefräst. Die dritte Möglichkeit sind Dünnbett-Systeme, die auf vorhandenem Boden angebracht und mit einer Ausgleichsmasse überdeckt werden.

Auch bei Trocken- und Dünnbett-Systemen fließt übrigens Heizwasser durch Rohre! Nur elektrische Fußbodenheizungen sind wirklich trocken. Sie sind preiswert einzubauen, aber keine wirkliche Alternative, weil sie im Betrieb sehr teuer sind. Denn das direkte Heizen mit Strom lässt den Verbrauch im Haushalt stark ansteigen.

Die Kosten der Fußbodenheizung-Nachrüstung hängen natürlich sehr von den vorgefundenen Gegebenheiten und dem gewählten System ab. Grob überschlagen ist mit 50 bis 70 Euro pro Quadratmeter zu rechnen; das sind bei 120 Quadratmetern 6000 bis 8400 Euro. Frässysteme in vorhandenem Estrich sind etwas günstiger: 25 bis 50 Euro.

Kann jede Fußbodenheizung mit Gas oder Flüssiggas arbeiten?

Ja. Fußbodenheizungen kann man grundsätzlich mit Gas oder Flüssiggas betreiben. Allerdings lohnt die Kombination nur mit einer modernen Brennwert-Heizung. Noch effizienter ist eine Hybrid-Heizung mit Wärmepumpe. Für die Versorgung der Fußbodenheizung mit mäßig warmem Vorlaufwasser wird man in der Regel einen Schichtenspeicher zwischenschalten; dafür ist bei einem Einfamilienhaus mit Kosten ab 1.500 Euro zu rechnen.

Fußbodenheizung mit Flüssiggas – wir beraten Sie!

Wie eine flüssiggasbetriebene Fußbodenheizung im Einzelfall realisiert wird, ist individuell sehr verschieden. Wir beraten Sie gerne und entwickeln eine maßgeschneiderte, kostengünstige Lösung für Ihr Haus oder Ihre Wohnung. Dazu gehört auch, dass wir Ihnen Wege durch den „Dschungel“ der aktuellen Fördermöglichkeiten weisen. Sprechen Sie uns an!

Stand der Preise: Dezember 2021
Artikel veröffentlicht am: 02.05.2022

Fotos: Zurijeta/Monkey Business Images/REDPIXEL.PL (alle Shutterstock.com)

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