Flüssiggas-Abrechnung für PROGAS plus-Kunden

Lesezeit: 5 Minuten

Gasabrechnungen mit geodätischer Höhe

Das Ablesen des Zählerstandes und die Interpretation der Gasabrechnungen stellen für Verbraucher oft eine Herausforderung dar.

Aufgrund neuer Anforderungen der DVGW wird für 2024 künftig bei der Berechnung die individuelle Höhenlage des Abnahmeortes (z.B. des Wohn- oder Geschäftsgebäudes) und der dort vorherrschende Druck in die Abrechnung einbezogen werden. Wie sich dies ab dem 01.01.2024 auf Ihrer Flüssiggas-Abrechnung auswirkt, erklären wir hier:

 

Der Hintergrund dieser Veränderung: In Deutschland erfolgt die Gasabrechnung auf der Grundlage eichrechtlicher Vorschriften sowie nach den anerkannten Regeln der Technik. Für Sie als PROGAS plus-Kunden gelten hier insbesondere das DVGW-Arbeitsblatt G 685 „Gasabrechnung“ und die technische Richtlinie TR G 15 „Gasabrechnung – Flüssiggas“ der Physikalisch Technische Bundesanstalt. Hier hat es in der letzten Zeit Änderungen gegeben, die PROGAS in Ihrer Abrechnung umgesetzt hat und im Folgendem beschrieben werden.

Die Änderungen im Einzelnen: Ihr Gasverbrauch in m³ wird – wie bisher auch – mit einem geeichten Gaszähler gemessen und über das Zählwerk des Gaszählers ermittelt. Der Gasverbrauch ist die Differenz der Zählerstände zwischen Beginn und Ende der Abrechnungsperiode und entspricht dem Betriebsvolumen. Neu ist die Berücksichtigung des Betriebszustandes des Gases. Da dieser im Zähler je nach Druck und Temperatur variiert, finden Sie in Ihrer Rechnung jetzt die Zustandszahl, die für jeden Kunden individuell ermittelt wird. Über die Zustandszahl wird dann aus dem Betriebsvolumen das Normvolumen ermittelt.

 


Eine detaillierte Erläuterung am Beispiel einer Musterrechnung:

Beispiel-Rechnung PROGAS plus für eine Messstelle in 200 Metern Höhe über Normalnull

Verbrauchsermittlung

Zählernummer  Datum der Ablesung  Zählerstand alt (m³) Zählerstand neu (m³)  Differenz Stände (m³)  Zustandszahl (z)  Verbrauch (Nm³)  Ableseart
12345678 Zählergas 11.12.2023 5000,000 5500,000 500 0,9716

485,800

Ablesung Kunde

 

 

Verbrauchsrechnung 

Zeitraum  Verbrauch  Einheit  Preis/Einheit (Euro)  Nettobetrag (Euro)  Umsatzsteuer (%)  Umsatzsteuer (Euro)  Bruttobetrag (Euro) 
16.03.2022  15.03.2023  485,800 Nm³ 3,10 1505,98 19 286,14 1792,12
Summe Verbrauch/ Euro  485,800 Nm³ 3,10 1505,98 19 286,14 1792,12



Verbrauch in Nm³ dieser Beispiel-Rechnung

Die berechnete thermische Energie in Normkubikmeter (Nm³) errechnet sich durch Multiplikation des Gasverbrauches (Betriebsvolumen) und der Zustandszahl:

(Zählerstand (alt) – Zählerstand (neu)) * Zustandszahl z =
500 m³ * 0,9716 = 485,800 Nm³



Erläuterung der Rechenschritte zur Beispiel-Rechnung

fluessiggas abrechnung fuer progas plus kunden ermittlung zustandszahl z

Ermittlung der Zustandszahl z: Über die Zustandszahl wird der Betriebszustand auf den Normzustand umgerechnet. Der Normzustand wurde definiert mit einer Normtemperatur von 0 °C und einem Normdruck von 1013,25 bar.

Höhe Messstelle H = 200 m über Normalnull

z = 273,15 / 288,15 * (1014,8 + 50) / 1013,25 * 1 / 1,0033

  • Normtemperatur Tn = 273,15 K = 0 °C
  • Abrechnungstemperatur Teff = 288,15 K = 15 °C
  • Luftdruck pamb = 1014,8 mbar – 0,114 mbar/m * Höhe Messstelle = 992,0
  • Effektivdruck peff = 50 mbar (Ausgangsdruck des Gasdruckreglers) Normdruck pn = 1013,25 mbar
  • Kompressibilitätszahl K = (peff = 50 mbar = 15 °C) = 1,0033

 

Hieraus erhält man bei der Beispielmessstellenhöhe von 200 m eine Zustandszahl z von:

z = 273,15 K / 288,15 K * (992,0 + 50) / 1013,25 * 1 / 1,0033




Artikel veröffentlicht am: 29.12.2023

Foto: Thapana Onphalai/iStock.com

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