Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Flüssiggas – Energie in Eigenregie

Lesezeit: 3 Minuten

Ihr eigenes Kraftwerk im Keller: Flüssiggas-BHKW produzieren Strom und Wärme zugleich und spielen bei größeren Verbräuchen ihre Stärken aus. Ein Altenheim im Weserbergland ist von den Vorteilen überzeugt.


Guido Böckelmann steht im Versorgungsraum des Seniorenheims Forellenhof im niedersächsischen Uslar-Delliehausen. Dort, in der Energie-Schaltzentrale, laufen unzählige isolierte Rohre die Wände entlang, drei raumhohe, isolierte Speicher für Warmwasser nehmen einen Großteil des Raums ein. „Bis mittags ist die Küche der große Energiezehrer, am Nachmittag ist es dann die Waschküche”, sagt der Heimleiter und klopft dabei auf den Deckel des metallverkleideten Blockheizkraftwerks (BHKW). Das Seniorenheim versorgt rund 110 ältere Menschen. Wärme und Strom werden überall in den Gebäuden benötigt. Seit acht Jahren produziert der studierte Maschinenbauer seine Energie selbst, nur noch in Spitzenzeiten unterstützt durch eine weitere Heizung. „Für mich war ein BHKW die beste Lösung, weil es hocheffizient arbeitet, unsere Energiekosten senkt und gerade in Verbindung mit Flüssiggas viel umweltschonender ist“, sagt er. Nur noch zwei Jahre und das BHKW hat sich amortisiert. „Dann tritt ein noch größerer Spareffekt ein“, freut sich der Heimleiter.

Das Flüssiggas-BHKW verwertet 90 Prozent des eingesetzten Brennstoffes - So funktioniert das BHKW mit Flüssiggas

BHKW sind überall dort eine ideale Energieversorgung, die – wie das Seniorenheim Forellenhof – übers ganze Jahr kontinuierlich gleichzeitig Strom und Wärme benötigen. „Die kompakten Energieanlagen lassen sich bequem in bestehende Gebäudetechnik einbinden und jeder Energiesituation anpassen“, sagt Kai Gospodarek, Bereichsleiter Verkauf beim Flüssiggasversorger PROGAS. Nach dem Prinzip der Kraft- Wärme-Kopplung (KWK) erzeugt das BHKW gleichzeitig Wärme und Strom: Ein Gasverbrennungsmotor treibt einen Generator zur Stromerzeugung an. Die dabei entstehende Abwärme wird über einen Wärmetauscher ausgekoppelt und zum Heizen sowie für die Warmwasserbereitung genutzt. Das BHWK verwertet dabei gut 90 Prozent des eingesetzten Brennstoffs. Zum Vergleich: Modernste Kohlekraftwerke erreichen einen Wirkungsgrad von weniger als 50 Prozent. Ein BHKW erzeugt damit nicht nur kostengünstig Energie, sondern reduziert auch den Kohlendioxidausstoß. „Wer sich für ein BHKW entscheidet, leistet nicht nur einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Er macht sich auch auf Dauer in hohem Maße unabhängig von künftig weiter steigenden Energiepreisen“, so Kai Gospodarek.

Kein Wunder, dass immer mehr Menschen von den Vorzügen eines Blockheizkraftwerkes überzeugt sind – und ihre Energie ebenfalls in Eigenregie produzieren: Zwischen 2013 und 2017 erteilte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in der Leistungsklasse zwischen 2 und 10 kW knapp 10.000 Zulassungen für neue BHKWs.

Artikel zuletzt aktualisiert am: 15.09.2020
Fotos: Andreas Löchte

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