Brennerei für Whisky nutzt Flüssiggas von PROGAS

Hoch über dem bayerischen Ammersee entsteht in der HeiligenBergFeld Distillery ein feiner Tropfen für Genießer. Hier produziert Achim März den milden Whisky „Bavarian Single Malt“. Dafür braucht er vor allem: Gerste, Flüssiggas und viel Geduld.

Zuerst fällt der fruchtige Geruch auf. Süßlich, nach Banane duftend hüllt er den Raum ein. Achim März wartet bereits, zieht den Besucher vorbei an Maischebehälter und Gärtank, mitten hinein ins heiße Herz der HeiligenBergFeld Distillery. „Heute brenne ich den Whisky. Deshalb muss ich die Temperatur im Auge behalten“, erklärt er. Zwischen grünen Hügeln und saftigen Wiesen, von wo der Blick über das Kloster Andechs bis zu den Alpen und zur Zugspitze fällt, betreibt Brennmeister März in Herrsching am Ammersee die erste Whiskyproduktion in der Region, dem Fünfseenland. Unter Touristen und Tagesausflüglern aus dem nahen München ist die Gegend südlich der bayerischen Hauptstadt beliebt. Mit seiner Brennerei hat Achim März einen neuen Hotspot geschaffen.

Brennkessel in der Brennerei HeiligenBergFeld

Flüssiggas sorgt für Hitze

Seit 2018 produziert der ehemalige Banker hier im Ortsteil Widdersberg seinen „Bavarian Single Malt“. Wie es bei Whisky der Sorte Malt üblich ist, verarbeitet er als einziges Getreide Gerste. „Mindestens drei Jahre muss der Alkohol im Fass lagern“, sagt der 45-Jährige. „Erst dann verwandelt er sich in Whisky.“ Im Jahr 2021 füllte er die ersten rund 400 Flaschen ab, die schon lange vergriffen sind. Jeweils 2000 Flaschen peilt der Brennmeister für die kommenden Jahre an. Danach soll die Produktion alljährlich weiter steigen.

Achim März reguliert nun beständig die Temperatur am Kessel. Zu schnell darf der Inhalt sich nicht erhitzen. „Mittlerweile bin ich auf Flüssiggas umgestiegen. Das macht das Brennen erheblich einfacher“, meint März. „Die Energiezufuhr lässt sich leichter kontrollieren und feiner abstimmen als vorher mit Holz.“ Maischen und Brennen sind die energieintensivsten Arbeitsschritte in seinem Ein-Mann-Betrieb. Hinter dem Gebäude, das außer der Destillerie einen Stall für zwischen Obstbäumen grasende Schafe sowie ein Lager beherbergt, ist deshalb ein unterirdischer 2.300-Liter-Tank mit Flüssiggas von PROGAS in die Wiese eingelassen. „Viermal jährlich kommt der Tanklaster vorbei und füllt ihn wieder auf. Es ist so unkompliziert, ich muss nicht einmal anwesend sein.“ Von hier aus fließt das Flüssiggas in die Destillerie, wo es den Betrieb über einen Brenner mit warmem Wasser und Energie versorgt.

Whiskyflaschen der HeiligenBergFeld Brennerei
Mann öffnet Deckel eines unterirdischen Flüssiggastanks

In der Brennerei mit Flüssiggas zum Whisky

Je länger der Brennvorgang dauert, desto wärmer wird es im Raum und desto intensiver breitet sich der Bananenduft in der Luft aus. „Der Geruch kommt von der Brennanlage und ist charakteristisch für das Produkt. Der fertige Whisky schmeckt fruchtig-süß mit einer leichten Vanillenote.“ Für das Auge unsichtbar steigt derweil der Alkohol im Kupferkessel auf und wird mit zunehmender Hitze gasförmig. Von hier aus gelangt er in die Kolonne, ein aufrechtstehendes, rohrförmiges Behältnis, in dem die Flüssigkeit erneut erwärmt wird. Durch ein Glasfenster ist zu sehen, wie Tropfen auf und ab tanzen wie Sommerregen in einer Pfütze. Dann geht es weiter in die Durchlaufkühlung, die den Alkohol, längst wieder flüssig, auf eine Temperatur von 20 Grad bringt. An der Alkoholuhr vorbei, die dem Zoll zur Kontrolle der produzierten Menge dient, fließt klare Flüssigkeit in Auffangbehälter. Die Brennerei mit Flüssiggas läuft auf Hochtouren.

Whiskyfässer in der HeiligenBergFeld Brennerei

Reise nach Schottland war Initialzündung

Wie ein guter Whisky reifte auch die Idee, eine Whiskyproduktion zu starten, bei Achim März lange heran. Ein Trip nach Schottland mit einer Handvoll guter Freunde, anlässlich seines runden Geburtstages, gaben ihm schließlich den entscheidenden Ruck: „In den Highlands haben wir Brennereien besichtigt“, erinnert er sich. „Da stand für mich fest: Damit fange ich auch an.“ Sein Bruder, ein studierter Braumeister, habe ihm dabei geholfen, sich das notwendige Know-how anzueignen.

Unterdessen steigt Whisky-Enthusiast März ein paar Stufen hinunter in den Keller. Über 50 Fässer aus amerikanischer Eiche lagern hier, Sherry- und Portweinfässer, die März aus Südeuropa bezieht und die dem Whisky seine typische Farbe sowie Geschmack verleihen. „Alles First-Fill“, erklärt er stolz. „Jedes Fass wird nur einmal befüllt.“ Insgesamt hat er die Kapazität für bis zu 85 Fässer. Aus jedem lassen sich 400 Flaschen Whisky zu je einem halben Liter abfüllen. Zum Schluss noch ein Tipp vom Kenner: Wie trinkt man einen so edlen Tropfen? „Pur, bei Zimmertemperatur und ohne Eis. So entfalten sich die Aromen am besten.“

Bilder: Michael Herdlein

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