Der Gastank im Garten – Voraussetzungen, Einbau und Kosten

Lesezeit: 5 Minuten

Ein Flüssiggastank ist ein großer Stahlbehälter. Doch als erdgedeckte Variante ist er fast unsichtbar. Unterirdisch verbraucht er kaum Platz auf Ihrem Grundstück und lässt Ihnen große Freiheiten bei der Gartengestaltung.

Wer Flüssiggas nutzt, hat den Energievorrat immer in der Nähe – ein großer Tank hält ihn bereit. Doch wo soll er stehen? Nicht im, sondern unterm Garten! Das ist eine ebenso clevere wie praktische Lösung. Ein unterirdischer Tank verschwindet aus dem Sichtfeld – und lässt Ihnen viel Raum zur Gestaltung Ihres Grundstücks.

Was sind die Vorteile eines unterirdischen Gastanks?

Ein Flüssiggastank ist ein länglicher Stahlzylinder, der je nach Größe zwischen 2,50 und 5,50 Meter lang ist. An der Oberseite befinden sich die Tankarmaturen, an die unter anderem die Gasleitung angeschlossen ist – geschützt durch einen Hohlraum, den Domschacht. Das ist eine Metallumhausung mit Klappdeckel. Der Schacht ragt bis an die Oberfläche, so dass alle wichtigen Regler, Ventile und Anschlüsse für die Wartung und fürs Befüllen zugänglich bleiben. Der Flüssiggastank ist also nahezu unsichtbar. So können Sie ihn auch dort flexibel einbauen, wo ein oberirdischer Tank optisch eher stören würde. Eine spezielle Beschichtung mit Epoxidharz, die mehrere Jahrzehnte hält, schützt den erdgedeckten Tank vor äußeren Einflüssen. 

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Ein unterirdischer Gastank findet selbst im Vorgarten Platz.

Wie kann man einen unterirdischen Flüssiggastank einbauen?

Nachfolgend finden Sie einen groben Überblick, wie die Installation eines erdgedeckten Tanks Schritt für Schritt aussieht. Bitte bedenken Sie: Der Einbau eines Tanks ist ein technisch komplexer Vorgang, der nur von Fachunternehmen ausgeführt werden darf. Dabei gelten genaue Regeln, die Technischen Regeln Flüssiggas. Interessieren Sie sich für einen Tank, wenden Sie sich an einen Flüssiggasversorger wie PROGAS.

1. Den richtigen Standort finden

Zunächst wird ein geeigneter Standort gesucht. In einem Umkreis von drei Metern um die Armaturen dürfen sich keine Zündquellen wie ungeschützte elektrische Anschlüsse oder Geräte befinden. Zudem sind ungeschützte Kanaleinläufe, Schächte oder sonstige Öffnungen drei Meter sowie bei gewerblichen Anlagen fünf Meter um die Armaturen herum nicht erlaubt. Der Flüssiggasbehälter muss mindestens 0,8 Meter von anlagenfremden unterirdischen Kabeln, anderen Leitungen und Gebäudefundamenten oder Kellerwänden entfernt sein.

2. Die Grube ausheben

Im nächsten Schritt ist eine ausreichend große Grube im Erdreich vonnöten. Je nach Absprache mit Ihrem Flüssiggasanbieter graben Sie diese selbst oder eine Fachfirma wird damit beauftragt. Heben Sie großzügig nach den Anweisungen des Flüssiggasversorgers aus – so dass die Grube zu allen Seiten etwas größer ist als die Abmessungen des Tanks. Die Grube sollte mindestens 1,95 Meter tief sein, damit der Domschachtdeckel bis knapp über die Oberfläche reicht. Auch der Schacht für die Rohrleitung zur Heizungsanlage wird in diesem Schritt mit ausgehoben.

3. Den Tank hineinlassen und einbetten

Ist die Grube ausgeschachtet, wird sie mit einer Sandschicht befüllt. Mindestens 20 Zentimeter Sand sollten es sein, damit der Behälter beim Einbetten nicht verrutscht. Eine Transportfirma liefert den unterirdischen Gastank an. Mit einem Kran hebt sie ihn an – vor der Einlagerung wird die Beschichtung des Tanks mit Hochspannung, dem so genannten ISO-Test, kontrolliert. Ist sie in Ordnung, hebt der Kran ihn direkt in die vorbereitete Grube. So ist sichergestellt, dass die Beschichtung keinen Schaden nimmt. Dann werden auch die Kranösen mit Epoxidharz isoliert, um sie vor Korrosion zu schützen. Nun kommt weiterer Sand in die Grube, sodass der Tank am Ende von allen Seiten mit einer mindestens 20 Zentimeter dicken Sandschicht umgeben ist.

4. Die Rohrleitung anschließen

Der Heizungsbauer oder Monteur Ihres Flüssiggasanbieters schließt nun im Domschacht des Tanks den Druckregler an das Gasentnahmeventil des Tanks an. Ein flexibler Schlauch führt zur Versorgungsleitung, die bis ins Haus führt – das ist meist ein PE-Rohr oder eine kunststoffummantelte Kupferleitung. 

5. Die Grube komplett schließen

Ist die Installation des Tanks und der Flüssiggasanlage abgeschlossen und das Trassenband verlegt – ein gelbes Band mit dem Hinweis auf eine darunter verlaufene Gasleitung –, so kann die Grube geschlossen werden. Dazu wird eine Schicht Erdboden auf die oberste Sandschicht über dem Tank geschaufelt und die Oberfläche wieder hergerichtet.

6. Einweisung an der Flüssiggasanlage

Zu guter Letzt weist Sie der Monteur oder ein anderer Mitarbeiter des Gasversorgers in den Betrieb des Flüssiggastanks und der Flüssiggasanlage ein und nimmt die Anlage ab. Dabei gibt er wichtige Hinweise für einen sicheren Betrieb. Als Kunde erhalten Sie eine Prüfbescheinigung und Dokumentation und quittieren den Erhalt mit ihrer Unterschrift.

Video: Wie entsteht eine Flüssiggasanlage?

Was kostet ein unterirdischer Tank?

Die Kosten für den Einbau eines unterirdischen Flüssiggastanks sind von mehreren Faktoren abhängig. Zunächst natürlich davon, welche Tankgröße Sie benötigen. Möchten Sie wissen, welche Tankgröße Sie benötigen, dann machen Sie hier den Vorteilscheck! Ein weiterer Faktor ist, ob Sie selbst die Erdarbeiten im Rahmen eines Neubaus gleich mitmachen lassen können oder im Zuge einer Heizungssanierung extra beauftragen müssen. Außerdem spielen die Gegebenheiten vor Ort eine Rolle – etwa, ob Ihr Grundstück eine Hanglage aufweist, welche Bodenbeschaffenheit vorliegt oder der Tank an einem schwer zugänglichen Standort seinen Platz finden soll. Sie können daher grob mit Kosten der Erstellung und Verfüllung der Baugrube ab 1.500 Euro rechnen.

Anbieter wie PROGAS bieten einen Tank im Komplettpaket und kümmern sich von der Anlieferung und Aufstellung des Tanks über die Rohrleitung und den Hausanschluss bis zum Gaszähler um alles.

Wie lange hält ein unterirdischer Tank?

Ein erdgedeckter Tank hält dank seiner soliden Bauweise und der Beschichtung, die ihn gegen Korrosion schützt, mehrere Jahrzehnte. Einen reibungslosen und sicheren Betrieb ermöglichen regelmäßige Prüfungen, die gesetzlich vorgeschrieben sind.

Welche Sicherheitsvorschriften gelten bei einem unterirdischen Tank?

Ein unterirdischer Tank hat den Vorteil, dass er sicher im Erdreich ruht. Im Domschacht dürfen sich logischerweise dauerhaft keine Zündquellen wie Feuer, elektrische Anschlüsse oder Geräte befinden. Im Garten dürfen Sie sowohl Bauten aus Holz errichten, als auch grillen - selbstverständlich unter Berücksichtigung der oben genannten Sicherheitsabstände. 

Beim oberirdischen Tank gelten andere Sicherheitsregeln, die wir für Sie zusammengefasst haben.

Kann ich einen unterirdischer Gastank auch in einer Einfahrt einbauen?

Dafür gibt es die spezielle Variante des befahrbaren erdgedeckten Tanks. Je nach Ausführung lässt sich der Tank nur zum Teil, also ohne Domschachtdeckel, überfahren oder Sie können den gesamten Tank inklusiven Deckel befahren.

Kann ich über dem erdgedeckten Tank etwas pflanzen?

Entscheiden Sie sich für einen unterirdischen Behälter in Standard-Ausführung, dann können Sie die Fläche über der Erde etwa in ein Blumenbeet verwandeln. So verschwindet der Domschachtdeckel dezent.

Artikel zuletzt aktualisiert am: 20.05.2021
Fotos: Marcel Kusch

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