Flüssiggas Herstellung – Wo kommt Flüssiggas her?

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An der deutschen Nordseeküste kommen per Schiff unzählige wichtige Rohstoffe und Güter an – so erreicht auch Flüssiggas unser Land im hohen Norden. Sein Weg geht von hier aus auf Rädern weiter.

Station 2: Im Terminal und in der Raffinerie

Das für Deutschland bestimmte Flüssiggas hat fast immer den Nordsee Gas Terminal im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel (NGT) zum Ziel. „Für das Nordseegas sind wir der führende Umschlagplatz“, erklärt Detlev Steinkrauß, der vor seiner Karriere im Flüssiggas-Geschäft als Schiffsingenieur selbst jahrelang zur See fuhr. Seit Mai 2010 sorgt der 64-Jährige gemeinsam mit dem für den Vertrieb zuständigen Geschäftsführer Dietmar Möllenhoff für den reibungslosen Umschlag des Flüssiggases in Brunsbüttel.

Vom Druckbehälter in den Kesselwagen

Durchschnittlich fahren pro Jahr 20 bis 24 Schiffe den Terminal an, das entspricht einer Jahresladung von bis zu 200.000 Tonnen Flüssiggas. Von den Tankschiffen strömt es durch die zwei Kilometer lange Rohrleitung in die Lagertanks des NGT. Neben einem fast 30 Meter hohen Tiefkalt-Behälter mit 6.900 Tonnen Kapazität stehen noch drei Druckbehälter mit einem Fassungsvermögen von jeweils rund 1.000 Tonnen zur Verfügung. Im Tiefkalt-Behälter lagert das Flüssiggas bei - 42 Grad Celsius. Derart tiefgekühlt, ist es nahezu drucklos. In den drei Druckbehältern liegt die Temperatur hingegen zwischen zwei Grad und der Umgebungstemperatur. „In diesem Zustand ist das Flüssiggas transportbereit und kann in die Großtanklastwagen und Eisenbahnkesselwagen gepumpt werden“, erklärt Detlev Steinkrauß.

»Für das Nordseegas sind wir der führende Umschlag­platz.«
Detlev Steinkrauß

In der Raffinerie ist Flüssiggas ein Produkt von vielen

Komplizierter ist die Flüssiggas-Gewinnung, wenn es erst noch aus dickflüssigem Erdöl extrahiert wird. Dies geschieht in Raffinerien wie der BP Lingen im Emsland. Hauptsächlich werden dort Kraftstoffe wie Benzin und Diesel für die BP-Tochtergesellschaft ARAL hergestellt. Weitere Produkte der Raffinerie sind Kerosin für den Flugverkehr, leichtes Heizöl, Schwefel für die chemische Industrie, Cyclohexan für die Nylonherstellung  – und eben Flüssiggas. Fast 100.000 Tonnen Propan und Butan produziert BP Lingen jährlich. Nur ein paar Tropfen im Vergleich zu den etwa 4,5 Millionen Tonnen Rohöl, die die Raffinerie pro Jahr verarbeitet. Flüssiggas macht weniger als drei Prozent der Stoffe aus, die bei der Raffination von Erdöl entstehen. Propan und Butan werden hauptsächlich an drei Stellen während des Raffinationsprozesses gewonnen. In all diesen Prozessen wird das Erdöl nach und nach in seine Bestandteile zerlegt und die Flüssiggase Propan und Butan über Rohre abgeleitet.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, wie das Flüssiggas Versorger wie PROGAS erreicht.

Artikel zuletzt aktualisiert am: 15.09.2020
Fotos: Øyvind Hagen/STATOIL, Jens Nieth

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