Austausch von Ölheizungen: Das sind die Alternativen

Lesezeit: 3 Minuten

Einst hat es die Kohle aus dem Heizungsmarkt verdrängt; heute ist Öl selbst out. Zwar heizen noch 25 Prozent der deutschen Haushalte damit. Aber das will die Bundesregierung mit ihrem Klimaschutzpaket ändern, weil Ölheizungen zu viel klimaschädliches CO2 produzieren. Wer rechtzeitig umsteigt, wird mit einer Austauschprämie belohnt.

Ein Verbot von Ölheizungen gibt es jetzt noch nicht. Aber von 2026 an dürfen reine Öl-Heizungen in vielen Fällen nicht mehr neu installiert werden. Was dann? Erdgas und Flüssiggas bieten sich mehr denn je als Alternative an. Betriebsverbot und Austauschpflicht gelten weiterhin nur für Ölheizungen, die älter als 30 Jahre sind. Das steht seit 2013 so in der Energieeinsparverordnung. Also abwarten, bis die eigene Heizung von der Austauschpflicht betroffen ist? Keine gute Idee – denn zur Zeit gibt es Förderprogramme, die einen Austausch der Heizung sehr attraktiv machen. Übrigens gilt die Austauschpflicht nicht für Anlagen, die schon mit Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik arbeiten. Eine weitere Ausnahme gilt für Ein- und Zweiparteienhäuser, in denen der Eigentümer seit mindestens 2002 selbst lebt. Austauschfristen möglichst bis zum Ende auszureizen, ist aber oft wenig sinnvoll – denn durch kurze Innovationszyklen der Heizungshersteller reduziert sich der Energieverbrauch oft schon nach wenigen Jahren deutlich.

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Auch ohne Zwang: Die alte Öl- gegen eine moderne Gasheizung zu tauschen, lohnt sich. 


Hybrid-Heizungen gehört die Zukunft

Der Einbau neuer Ölheizungen ist bis Ende 2025 noch erlaubt. Ab 2026 darf man nur noch Brennwert-Ölheizungen installieren – und nur, wenn sie mit einer Anlage kombiniert werden, die Wärme aus erneuerbarer Energie gewinnt. Das können Solar-, Biomasse- oder Wärmepumpenanlage sein. Festgelegt ist das im neuen Gebäude-Energie-Gesetz, das am 1. November 2020 in Kraft tritt.

Eine staatliche Förderung gibt es für ölbetriebene neue Heizungen schon jetzt nicht mehr. Einzige Ausnahme: Die neue Ölheizung wird mit einer erneuerbaren Energiequelle kombiniert, die anschließend den überwiegenden Teil der Heizleistung übernimmt. Dann wird der regenerative Teil der Heizanlage gefördert, aber nicht die Modernisierung des Ölbrenners. Für eine normale Hybridheizung, bei der die regenerative Energie nur mindestens ein Viertel der gesamten Heizleistung bereitstellen muss, gibt es gar kein staatliches Geld.

Auch für Erd- und Flüssiggas gibt es eine Förderung nur in Kombination mit erneuerbaren Energien. Diese Brennstoffe erreichen allerdings schon für sich genommen deutlich bessere Werte bei CO2- und Feinstaub-Emissionen. Wer sich für eine Gas-Hybridheizung entscheidet, erhält vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) aktuell hohe Fördermittel. Entscheidet er sich für ein System, das „Renewable Ready“, also  für erneuerbare Energien bereits vorbereitet ist, erhält bis zu 20 Prozent der Investitionskosten als Förderung. Die erneuerbare Wärmequelle muss innerhalb von zwei Jahren nachinstalliert werden. Weitaus mehr Fördergeld, bis zu 30 Prozent des Investitionsvolumens, gibt es, wenn die Gasheizung direkt nach dem Einbau mit erneuerbaren Energien zusammenarbeitet. Und wer in diesem Zuge die alte Ölheizung außer Betrieb nimmt, kann mit bis zu 40 Prozent Förderung rechnen. In diesem Fall spart man doppelt Energie: einmal durch die deutlich effizientere Gasheizung und einmal durch die Unterstützung durch erneuerbare Energien.

Flüssiggas: Bequemer Ersatz für Ölheizung

Viele Ölheizungen finden sich in ländlichen Regionen, wo Anschluss an ein Erdgasnetz nicht möglich ist. Da bietet sich als Alternative Flüssiggas von Versorgern wie PROGAS an, weil es wie Öl praktisch überall hin per LKW geliefert und in Tanks gelagert werden kann. Einen großen Vorteil hat Flüssiggas in Gewässerschutz- und Überschwemmungsgebieten: In solchen Regionen müssen Ölheizungen samt Leitungssystem und Tank nämlich bis 2033 so umgebaut werden, dass das Wasser im Ernstfall nicht durch austretendes Öl verseucht werden kann. Solch ein Umbau ist kompliziert und teuer. Bei Flüssiggas spart man diese Kosten ganz, weil es dem Wasser nicht gefährlich werden kann. Ein weiteres Argument für Flüssiggas: die ab 2021 fällige CO2-Steuer. Da Flüssiggas im Vergleich zum Öl weniger klimaschädliches Gas verursacht, steigt sein Preis in den kommenden Jahren weniger stark als der von Heizöl.

Fazit: Die meisten Besitzer von Ölheizungen müssen nicht sofort handeln. Aber eine fällige Modernisierung hinauszuschieben, hat keinen Sinn. Es lohnt sich nicht. Und wenn man den Umbau anpackt, spricht die aktuelle und künftige Gesetzeslage deutlich für einen Ausstieg aus dem Öl: Klima- und Gewässerschutz, Austauschprämie, Investitionsförderung für Hybridheizungen. Alternativen zum Öl gibt es einige. Auch da, wo ein Anschluss an Energienetze nicht möglich ist.

Artikel zuletzt aktualisiert am: 15.09.2020
Fotos: alterfalter/Shutterstock.com, BOKEH STOCK/Shutterstock.com

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