Hallenheizung – Effizient heizen mit Flüssiggas und Infrarotstrahler

Lesezeit: 4 Minuten

Gewerbe- und Industriebetriebe müssen ihre weitläufigen Gebäude passgenau beheizen. Hier ist Flüssiggas eine gleichermaßen praktische und wirtschaftliche Lösung.


Sascha Neicken und seinen Mitarbeitern geht jeden Tag ein Licht auf. Dann erstrahlen die grünen Buchstaben eines Schuhhändlers, der gelbe Schriftzug einer Supermarktkette oder ein buntes Mosaik aus verschiedenen Markenlogos im hellen Glanz. Neickenpartner im nordrhein­westfälischen Oberhausen fertigt seit weit mehr als 30 Jahren Lichtwerbung, LED-Videoscreens, Leuchttransparente, Werbebeschriftungen, Schild- und Leitsysteme sowie aufwendige Lichtdesigns für rund 200 Kunden in ganz Europa an. „Wir fräsen, schneiden, schweißen, drucken, kleben und lackieren in der Regel in Eigenregie“, erklärt Geschäftsführer Neicken. Um die zahlreichen Projekte verwirklichen zu können, erweiterte das Unternehmen vor rund zwei Jahren seine Produktionshalle. Damit den Arbeitern im etwa 1.200 Quadratmeter großen Anbau nicht kalt wird, installierte das Unternehmen eine flüssiggasbetriebene Hallenheizung. „Wir wussten ja bereits, dass wir auf eine effiziente Heizlösung setzen“, so Sascha Neicken.

Hell- und Dunkelstrahler: Strahlungsheizung erwärmt Flächen, Gegenstände und den Körper direkt

Bereits in der alten Produktionshalle kommt eine Hallenheizung zum Einsatz – versorgt mit Flüssiggas. Dort sorgen zwei sogenannte Infrarot-Hellstrahler für angenehme Wärme bei der Arbeit. Im neuen Hallenbereich kommen Dunkelstrahler zum Einsatz. „Der Anbau hat eine größere Fläche und höhere Decken. Dunkelstrahler sind für solch ein Umfeld besser geeignet, weil sie die Wärme breiter streuen als Hellstrahler“, erläutert er. Wie entscheidend die Wahl der passenden Gerätelösung ist, zeigt sich nach kurzer Zeit in der Energiebilanz. „Wir gingen davon aus, dass wir bei einer etwa doppelt so großen Halle auch einen annähernd doppelt so hohen Flüssiggasbedarf haben“, sagt Sascha Neicken. „Doch wir benötigen nur geringfügig mehr als in der kleinen Halle. Das hat uns wirklich erstaunt.“

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Sascha Neicken macht Lichtwerbung – und setzt in seinem Betrieb auf Flüssiggas.

Ein Grund, weshalb eine Flüssiggas-Hallenheizung so effizient ist, ist die kurze Aufwärmphase. Während konventionelle Systeme wie Heizlüfter oder Konvektoren mehrere Stunden benötigen, ist ein mit Flüssiggas betriebenes System innerhalb weniger Minuten auf Betriebstemperatur. „Unsere große Halle ist in rund einer halben Stunde warm“, sagt Sascha Neicken. Denn statt die komplette Umgebungsluft gleichmäßig aufzuwärmen, gibt eine Flüssiggas-Strahlungsheizung gezielte Wärmeenergie in Form von elektromagnetischen Wellen ab. Sie wirken nahezu verlustfrei auf feste Körper im Raum ein – also Personen, Maschinen, Fußböden und die unteren Wandabschnitte – wodurch diese sich aufheizen. Den Effekt kennen wir aus der Natur: Die Sonne wärmt auch an kalten Wintertagen, denn ihre Strahlen treffen direkt auf unsere Haut.

Hallenheizung: Ihre Vorteile

Hoher Wirkungsgrad Hoher Wirkungsgrad
Kurze Aufheizzeit Kurze Aufheizzeit
Einfache Montage Einfache Montage
Geringe Wärmeverluste Geringe Wärmeverluste
Mehr Platz Mehr Platz

Heizwirkung von Strahlern ist sehr viel höher als bei einer Konvektorheizung

Während die Sonne Temperaturen von rund 6.000 Grad Celsius erzeugt, erreichen flüssiggasbetriebene Hallenheizungen Betriebstemperaturen von immerhin rund 900 Grad Celsius. Das ist etwa das 15-fache einer Konvektorheizung, wie sie üblicherweise in Büroräumen verbaut ist. „Dieser Heizungstyp erhitzt Wasser in einem geschlossenen Kreislauf. Aus Sicherheitsgründen darf es nicht viel wärmer als 60 Grad werden“, erklärt Alexander Borm, Fachberater des Flüssiggas-Versorgers PROGAS. „Bei einer Hallenheizung verbrennt hingegen direkt im Strahler ein Gas-Luft-Gemisch. Da Dunkelstrahler ohne Wärmerückgewinnung einen thermischen Wirkungsgrad von bis zu 93 Prozent haben, entstehen dabei sehr hohe Temperaturen.“

Im Zusammenspiel mit der direkten Wärmestrahlung empfinden Menschen die Raumtemperatur in der Regel als angenehm. „Effekte, wie zu trockene oder durch Aufwirbelungen staubige Luft, entstehen erst gar nicht“, so der Experte. So gesehen ist eine Flüssiggas-Hallenheizung auch gesundheitlich verträglicher als eine konventionelle Konvektorheizung. Ein weiterer Vorteil ist die platzsparende Bauweise, denn üblicherweise sind die Strahler direkt unter dem Hallendach montiert. „Die Unternehmen benötigen keinen Heizungsraum und können die komplette Hallenfläche nutzen, ohne dass irgendwo Heizkörper im Weg sind“, sagt Alexander Borm. Der Kopf frei fürs Wesentliche, der Arbeitsplatz angenehm warm, die Energiekosten niedrig – das Prinzip einer Hallenheizung könnte wirklich kaum einfacher sein.

Artikel zuletzt aktualisiert am: 15.09.2020
Fotos: Andreas Löchte

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