Tierisch clevere Energie: Ein Tierheim heizt mit Flüssiggas

Lesezeit: 3 Minuten

Im Tierheim Dornbusch bei Lüdenscheid gehören Tierschutz und Umweltbewusstsein einfach zusammen. Die neue Heizungsanlage kombiniert moderne Flüssiggas-Brennwerttechnik mit einer Wärmepumpe. Sie hat die alte Ölheizung ersetzt.

Hellbraune Augen, geflecktes Fell und ziemlich neugierig: Sussa ist gerade mal ein halbes Jahr alt und stammt ursprünglich aus Rumänien. Die junge Mischlingshündin sitzt vor der Tür ihres Zwingers und wedelt freudig mit der Rute. Ganz andere Töne schlägt Schäferhund Aiko an. Sein tiefes, aufgeregtes Gebell ist schon von weitem zu hören. „Außerhalb seiner vier Wände ist er viel ruhiger“, sagt Thomas Höllmann, 1. Vorsitzender des Tierschutzvereins Lüdenscheids, beim Rundgang über das Gelände des Tierheims Dornbusch. Eingefasst von Wald und Wiesen liegt es mitten im hügeligen Grünen bei Altenhülscheid, einem winzigen Ortsteil von Schalksmühle im Nordwesten des Sauerlands.

Dass in dem mehrstöckigen Hauptgebäude vor 70 Jahren noch Nerze gezüchtet wurden, sieht man ihm natürlich längst nicht mehr an. Der große Tank mit Flüssiggas, mit dem seit vergangenem Dezember die neue Heizungsanlange betrieben wird, lagert unterirdisch rechts vom Haus. Daneben gibt es einige Nebengebäude wie die Zwinger; außerdem hat der Tierschutzverein rund 3.500 Quadratmeter drum herum gepachtet und zu einem großzügigen Hundeauslauf umgewidmet. Zehn Beschäftigte sind hier sieben Tage in der Woche mit Hand und Herz im Einsatz: Sie füttern, machen sauber, bürsten Felle, gehen Gassi, kümmern sich um Besucher. „Insgesamt können wir bis zu 20 Hunde und 80 Katzen aufnehmen. Darüber hinaus haben wir Gehege für verschiedene Kleintiere“, berichtet Thomas Höllmann.

Flüssiggas-Heizung ersetzt alte Ölheizung

Was auf den ersten Blick eher überschaubar wirkt, summiert sich in der Fläche. „Alles in allem kommen wir auf 430 Quadratmeter. Entsprechend groß ist unser Energiebedarf“, so Haustechnikspezialist Wolfgang Arnold, der sich in Dornbusch ebenfalls ehrenamtlich engagiert. Bis zum vergangenen Herbst hat eine alte Ölheizung den größten Teil des Tierheims mit Wärme und Warmwasser versorgt. Den Rest übernahm eine Gastherme, die von einem kleinen oberirisch gelagerten Flüssiggas-Tank gespeist wurde. Allerdings war die alte Ölheizung längst in die Jahre gekommen. „Noch einen Winter hätte sie vermutlich nicht überstanden. Es war also höchste Zeit für eine Umrüstung.“

Statt Öl, so viel war den Verantwortlichen schnell klar, sollte die Hauptenergiequelle zukünftig Flüssiggas sein. „Weil es nicht nur günstiger, sondern vor allem umweltschonender ist“, so Wolfgang Arnold. Schließlich verbrennt Flüssiggas nahezu ohne Rückstände. Ruß, Asche und Feinstaub sind fast gar kein Thema. Das heißt, moderne Gasbrennwertkessel verursachen bei gleicher Heizleistung deutlich weniger CO2-Emissionen als ölbetriebene Pendants. Flüssiggas von PROGAS ist sogar klimaneutralisiert. Denn jedes Gramm CO2, das der Flüssiggas-Anbieter des Tierheims in Umlauf bringt, kompensiert er durch weltweite Klimaschutzprojekte. Dazu gehören auch Baumpflanzaktionen in Deutschland.

 

Kombination von Flüssiggas mit Wärmepumpe

Dass der neue, mit einem Fassungsvermögen von 6.000 Litern deutlich größere Gastank unterirdisch lagern sollte, war ebenfalls rasch ausgemacht. „So können wir die Fläche darüber weiterhin nutzen“, sagt Thomas Höllmann. Sobald die Grube ausgehoben war, konnte der Tank installiert werden. Um im Sommer weitestgehend auf die Heizung verzichten zu können, setzt das Tierheim zusätzlich auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie funktioniert quasi wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt. Während das Haushaltsgerät Kälte erzeugt, indem es seinem Inneren Wärme entzieht und nach außen abgibt, nutzt die Pumpe die natürliche Wärme der Umgebungsluft. Sie hebt sie auf ein höheres Temperaturniveau und speist sie in den Heizkreislauf ein.

„Wieviel Energie wir durch den Wechsel von Öl auf Gas plus Wärmepumpe ganz genau sparen, wird sich spätestens im Dezember zeigen“, so Thomas Höllmann und Wolfgang Arnold. „Dann sind die modernen Geräte ein volles Jahr im Einsatz.“ Schon jetzt freuen sich die ehrenamtlichen Tierschützer darüber, dass die neue Heizung im Gegensatz zur alten ihren Dienst fast lautlos versieht. Lediglich ein Summen signalisiert: Läuft!

Artikel veröffentlicht am: 29.06.2021
Fotos: Marcel Kusch

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